| November
2005
"BILLIGWEINE"
Vor einiger Zeit hat eine groß angelegte
Verkostung Aufschluss über die Qualität der Weine in Billigläden
wie Aldi, Lidl, Penny, Plus & Co gegeben. Sie scheinen ja einer
Menge von Weintrinkern zu schmecken, bekommt man doch immer wieder
mal von diesen 'super leckeren' Weinen erzählt...
Die umfassende Probe wurde im September 2005
von der Fachzeitschrift "Weinwirtschaft" durchgeführt,
um die Leistungsfähigkeit von Großanbietern zu testen.
662 Weine - das komplette zum Zeitpunkt des Testkaufs in jeweils
2 Filialen vorhandene Sortiment - von Penny, Aldi, Plus, Norma,
Netto und Lidl wurde eingekauft und getestet. Im 20-köpfigen
Verkostungsgremium stellten 15 Mitarbeiter einiger dieser Firmen
bzw. Großlieferanten solcher Weine eine satte 3/4 Mehrheit.
Das ernüchternde Ergebnis: nur 2,4% der
Weine wurden mit gut oder besser beurteilt, 40,6 % mit allenfalls
zufriedenstellend.
Die restlichen 57% wurden von den Testern sogar
nur als ausreichend oder mit Mängeln, bis hin zu grob fehlerhaft
eingestuft. Eine schier unglaubliche Quote. Denn eines sollte der
Kunde bei aller Orientierung auf billige Preise mindestens erwarten
können: fehlerfreie Weine!
Offensichtlich wissen -- die Bewertung zeigt
es - Mitarbeiter von Aldi, Lidl & Co und der Zulieferindustrie
durchaus zwischen guten und minderen Weinen zu unterscheiden. Für
ihre Kunden stellen sie dann doch die schlechteren, von denen nur
behauptet wird, sie seien gut, ins Regal. Oder sie haben -- wie
jene lobhudelnden Konsumenten - einen geheimen Hang zum Masochismus.
Vielleicht ist der ja auch eine neue Variante der 'geilen' Geiz-Kultur!
Wir bemühen uns, Ihnen gerade auch im unteren
Preissegment, Weine mit Profil und Charakter anzubieten, bei denen
man den Unterschied zwischen 'handgemacht' und 'eigenständig'
und 'von der Stange' wahrnehmen kann. Das ist nicht einfach, aber
doch immer wieder eine beflügelnde Herausforderung.
Denn Qualität und Eigenständigkeit
muß man suchen. Beide machen aus Wein Genuss, der das Leben
reicher und schöner macht. Hierin liegt der Grund, Wein zu
trinken. Man trinkt ihn nicht gegen Durst -- dafür gibt es
Wasser-, und wer Alkohol braucht, trinkt besser Schnaps. Wein kann
großer Genuss, kann Lebensfreude sein -- wenn er Qualität
hat. Qualität ist die wichtigste Eigenschaft von Wein.
Aber Qualität hat ihren Preis. Denn auf
allen Ebenen der Herstellung, beginnend mit der Weinbergsarbeit,
sind Aufwand und Kosten höher. Der Winzer pflegt mehr, investiert
mehr Arbeit und erntet weniger. Dafür belohnt er uns mit Vielfalt,
geschmacklichem Reichtum und Differenz statt Einheitsgeschmack von
der Stange. Ein Fachhändler, dessen adäquate Partner solche
handwerklich und in diesem Sinne traditionell arbeitenden Winzer
sind, nimmt diesen Reichtum auf und gibt ihn an seine Kunden weiter.
Er bietet dem Weintrinker Weine an, von denen der bislang noch gar
nicht wusste, dass sie ihm gefallen und dass er sie haben wollte.
Hierin liegt unsere Stärke.
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