Weinwissen

Was ist Weinstein?

Wussten Sie schon, dass Weinstein weder ein Hinweis auf einen fehlerhaften Wein noch ein Zeichen von Qualität ist? Als Weinstein bezeichnet man Kristallbildungen der Weinsäure in Form von Calcium und Kaliumsalz. Diese entstehen schon während der Gärung, kristallisieren aber erst durch Lagerung und Reifung aus. Sie sind schwer löslich, setzen sich am Flaschenboden ab oder haften am Korkenende. Ein Qualitätsmerkmal ist dies nicht zwingend, lediglich ein Hinweis darauf, dass der Winzer den Wein durch Kälte oder Chemikalien nicht oder nur geringfügig stabilisiert hat. Weinstein ist demnach ein Zeugnis der Lebendigkeit eines Weines – ob er nun gut schmeckt oder schlecht. Im Glas allerdings ist er – obschon gesundheitlich unbedenklich und lediglich leicht säuerlich – ebenso unerwünscht wie „Depot“. Weißweine werden in einem solchen Fall nicht „dekantiert“, sondern „karaffiert“.

Wie kommt der Schwefel in den Wein?

Wussten Sie schon, dass Sulfite auf natürliche Weise bei der Weinbereitung entstehen? Während des Gärprozesses fallen Salze und Ester der Schwefeligen Säure aus (H2SO3), eben die Sulfite. Jeder Wein  – auch aus biologischem Anbau – enthält also notwendig Schwefeldioxid (SO2). „Geschwefelt“ wird Wein zudem während der Weiterverarbeitung: Der zusätzliche Schwefel hilft, Schimmelpilze und Bakterien abzutöten, sowie Oxidation und die Bildung von Essigsäuren zu vermeiden. Die Schwefelung dient also der Stabilisierung des Weins. Seit 2005 muss auf den Etiketten vermerkt werden, sobald mehr als 10mg Sulfite pro Liter enthalten sind. Anlass zur Sorge besteht jedoch nicht, der menschliche Körper ist an Sulfite gewöhnt. Er produziert sie sogar selbst: durch den Abbau von Eiweißen entstehen davon jeden Tag mehr als 2000mg.

Was machen eigentlich die Bläschen im Champagner?

Wussten Sie schon, dass in einer Flasche Champagner bis zu 80 Millionen Bläschen Kohlendioxid eingeschlossen sind? Dass es diese Bläschen sind, die für den Geschmack sorgen, weil sie die flüchtigen Aromastoffe transportieren? Ausgebildet werden sie durch die Flaschengärung, also durch eine zweite Fermentation in der Flasche. Dies sorgt für ganz gehörigen Druck: 5 bar können den Champagnerkorken auf bis zu 50 km/h beschleunigen. Einmal eingeschenkt bilden sich dann etwa 30 bis 40 Bläschen pro Sekunde, welche zur Oberfläche steigen und für höchsten Genuss sorgen. Übrigens verflüchtigt sich das CO² in den flachen Schalen schneller als in den Stielgläsern, auch werden die Bläschen weniger groß. Kenner trinken Champagner also stets mit Stiel.

Wein und Klima

Wussten Sie schon, dass ein Hektar Rebfläche fast drei mal mehr Sauerstoff produziert als ein Hektar Wald? Jetzt aber keine falschen Schlüsse ziehen nach dem Motto „Trinken für’s Klima“! Denn durch die Produktion einer Flasche Wein fällt wiederum rund ein Kilogramm an CO2 an und der Transport ist noch nicht mit einberechnet. Knapp die Hälfte dieser Emissionen gehen auf das Konto der guten alten Glasflasche sowie der Verpackung und Etikettierung. Die andere Hälfte sind unternehmensbezogene Emissionen durch Strom-, Benzin- und Materialverbrauch. Am niedrigsten fallen die CO2-Emissionen in Deutschland im Weinbaugebiet Franken aus: Also wenn schon „Trinken für’s Klima“, dann Bocksbeutel!

Grüner Wein – das Geheimnis des Vinho Verde

Seit einigen Jahren erfreut sich der portugiesische Vinho Verde immer größerer Beliebtheit. Nicht ohne Grund, denn das frisch-moussierende und der geringe Alkoholgehalt lassen ihn zu einem perfekten Begleiter lauer Sommerabende werden. Beide Charakteristika sorgen dafür, dass Vinho Verde in der Tat ein Durstlöscher ist. Er kommt aus dem nördlichen, niederschlagsreichen Portugal. Die wörtliche Übersetzung „Grüner Wein“ hat also nichts mit Farbe oder Jugendlichkeit des Weines und auch nichts mit einer frühen Lese zu tun. Auch handelt es sich nicht um eine Rebsorte, allein an weißen Reben sind in der Vinho Verde D.O.C. ein gutes Dutzend zugelassen. Vielmehr geht die Bezeichnung auf die satte Vegetation des Landstrichs zurück, aus dem der Wein kommt, der Minho-Region. Dementsprechend gibt es übrigens auch roten Vinho Verde, nur wird der selten exportiert. Das Geheimnis des Vinho Verde ist seine natürliche Kohlensäure. Diese entsteht auf der Flasche durch biologischen Säureabbau der im Wein enthaltenen Apfelsäure. Deshalb ist Vinho Verde auch ein Saisonprodukt, denn mit einsetzender Alterung droht der Wein an Frische zu verlieren. Er will jung getrunken werden und möglichst vor dem Spätherbst verbraucht sein.