Weinwissen

„Und trinket kühl, so es sich machen lässt.“ François Rabelais

„Rotwein wird bei Zimmertemperatur getrunken“ – ein Relikt aus vergangenen Zeiten, als die Kamine und andere Heizarten in den Räumen die Temperatur auf höchstens 18°C brachten. Bei heutigen Zimmertemperaturen von 20°C und mehr leidet dagegen nach einiger Zeit das Aroma, und der Alkohol dominiert. Aromen und andere Eigenschaften des Weins verstärken sich und werden dann teilweise als unangenehm empfunden. Der eigentliche Charakter des Weins geht verloren. Grundsätzlich gilt: Jung zu trinkende Rotweine sollten kühl getrunken werden. Wir empfehlen hier 12 bis 14°C – ein junger, fruchtiger Wein kann bei diesen Trinktemperaturen sein bestes Aroma ausbilden – bzw. 15 bis 18°C für einen kräftigen, gehaltvollen Rotwein. Dieser entfaltet so seine aromatische Vielfalt. Ab 16°C kommt das Bouquet voll zur Geltung. Bei Rosé und Weißwein raten wir zu 8 – 10°C, kälter genossen wird die Säure sensorisch zu sehr in den Vordergrund gerückt und der Wein verliert an Tiefe. Nur bei Champagner und Sekt ist dies erwünscht: hier möchte man genau diese (Kohlen)säurefrische.